IM HGM (März 2021)

Ein multikompetentes Team aus MuseumswissenschafterInnen, HistorikerInnen und ErwachsenbildnerInnen auf Besuch im umstrittenen Heeresgeschichtlichen Museum. Wir bleiben mehr als drei Stunden. Als bleibender Gesamteindruck bleibt uns wiederum die Nichtinformation. Wir erfahren beispielsweise nicht, was Alfred Mell - Direktor von 1934 bis 1949 (!!!) - eigentlich getan oder unterlassen hat; und das trotz einer eigenen Schau über die Direktoren des Museums. Wir erfahren auch faktisch nichts über die Auswirkungen der gezeigten Kriege, die Mechanismen der (nationalen) Mobilisierung für das kollektive Töten,  oder wie Kriege die Gesellschaft verändern. Das Tier im Krieg erhält dafür mehr Beachtung als die Rolle der Frauen. Diese geraten - ebenso wie das Thema Zwangsarbeit und nicht zuletzt der Holocaust - hier tatsächlich zum "Detail" der Geschichte. Das Bild runden überholte Bezeichnungen wie "Die Franzosenkriege" oder "Die Türkenkriege" ab. Wobei - angesichts eines fehlenden "roten Fadens" - ohnehin kein Mensch versteht, was durch das jeweils Gezeigte eigentlich vermittelt werden soll. Für die Kamera ist die Schau allerdings durchaus tauglich. Es macht - wie an anderen "Lost Places" - Spass zu fotografieren. Ich hoffe das merkt man.