Wien November 2020

Wien - fünf Tage nach dem Attentat. Am Sonntagnachmittag strömen noch immer hunderte Menschen in die Innenstadt um ihre Trauer zu bekunden. Die Stimmung ist still, bedrückt. In den letzten Tagen wurde von verschiedenen Seiten betont, dass Terrorismus immer eine Kommunikationsstrategie darstellt. Seine Betreiber haben (auch) im konkreten Fall dann gewonnen, wenn wir uns gegeneinander ausspielen lassen, das Freund-Feind-Schema konsequent weiterspinnen. Weder das Sondergesetz gegen den Islam, noch das rückständige österreichische Staatsbürgerschaftsrecht - und dessen immer schärfere Handhabung - haben den Terror Anfang November verhindert. Die Menschen die heute in Wien trauern, scheinen die Gefahr der weiteren Spaltung entlang der genannten Linien jedenfalls instinktiv zu spüren. Auch wenn die Trauer den Opfern gilt: Selbst der Attentäter hat eine Kerze bekommen (Bild 1) ...